Mrz122012

Die Streetfotografie, ein Lebensgefühl

Es ist immer wieder ein Streitthema, Street. Fotos von wildfremden Menschen einfach so mal aufgenommen. Aber ist es wirklich so, dass es einfach mal so aufgenommen ist?

Eigentlich muss jeder der sich damit beschäftigt, der Streetfotografie betreibt für sich selbst beantworten, genauso die Frage “Warum Streetfotografie?”.

In Deutschland ist sie anrüchig geworden, das Recht am eigenen Bild, Ethik, Ästhetik, Privatspähre, etc…, es werden so viele Argumente gegen diese Art der Fotografie angeführt, dass man sich fast als Verbrecher fühlt, wenn man es trotzdem macht, aber ich mache es trotzdem und fühle mich gut damit.

Wenn man heute mal ein wenig auf Facebook, Google+ oder Twitter durch die Accounts blättert und Bilder betrachtet die User von sich einstellen bekommt man oftmals einen Schreck. Grausige Bilder werden einem da vorgesetzt, schlechtes Licht das die abgelichtete Person auch noch schlecht aussehen lässt. Selbstportraits, oftmals mit dem Handy “geknipst”. Ich denke, kein Streetfotograf der nur etwas auf sich hält, würde so ein Bild veröffentlichen, vielleicht gar nicht erst machen.

Warum Street?

Bei mir hatte es einen simplen Grund, meine Frau kann bedingt durch Krankheit nicht mehr so viel laufen und so habe ich ihr Bilder meines Tages mitgebracht, habe sie zu Hause am Rechner meinen Tag nochmal miterleben lassen. Mit der Zeit wurde es mehr und ich entdeckte in Menschen auf der Straße meine Gefühlswelt, meine momentane Situation und hielt sie als Spiegelbild meiner selbst im Bild fest. Die meisten spreche ich an, zeige ihnen die Aufnahmen und frage ob ich das Bild veröffentlichen darf. Es gibt überwiegend positive Resonanzen, oftmals gute Gespräche und noch ein oder zwei Extra-Fotos.

Ich nehme an, in Hamburg ist es auch leicht, besonders natürlich in der Hafengegend. Die Menschen sind offen und nett. Wenn der Fotograf auch so auftritt ist Street nichts Schlimmes und kann für beide Seiten in guter Erinnerung bleiben. Für Street gilt aber auch, Menschlichkeit und Respekt bewahren, auch um den Ruf der Streetfotografie nicht noch mehr zu schädigen.